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Schriftrolle der Luftmagie

verfasst von Lua Chii
Schülerin Luftmagie

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Bild: Vintha sa VesthaBild: Lua ChiiIch bin auf der Suche. Ich suche den Westwind. Nein, nicht den Westwind, ich suche Vintha sa Véstha, den Großmeister der Luftmagie. Sein Name bedeutet Westwind. Ich selbst bin nur eine junge Schülerin der Luftmagie. Viele glauben, ich suche ihn, um eine Meisterin der Magie zu werden, doch es gibt einen anderen Grund: mein Herz sehnt sich nach dem Wind. Ich erlernte die Luftmagie auf meiner Suche. Eigentlich wollte ich dies nicht, doch es ergab sich von allein. Da ich alles über meinen geliebten Vintha erfahren wollte, und ich meine wirklich jedes Detail, folgte ich seinen Spuren und sammelte sämtliche Informationen, die ich bekommen konnte.

Wer immer diese Zeilen liest, hält einen Großteil meiner gesammelten Arbeit in Händen: eine Schriftrolle über die Luftmagie, eine Sammlung über Zauber dieser Magie-Art und deren Wirkung. Ich selbst bin keine Großmeisterin, doch besitze ich das theoretische Wissen, welches ebenfalls auf diesem Pergament festgehalten ist.

Wer die Luftmagie erlernen will, muss sich mit ihr auseinander setzen. Luft ist ein ungestümes Element und nicht greifbar. Man muss die Luft und den Wind verstehen, um beide nach seinen Wünschen mit Magie lenken zu können. Luft kann nicht geschaffen werden, sie ist ein Werkzeug, mit dem man lernen muss, zu arbeiten. Wer Luftmagie beherrschen will, muss sich in den Stufen der Erkenntnis beweisen.

 

1. Erkenntnis: Luft ist überall

Erkenne, dass Luft ein Teil der Welt und überall ist.

Windspiel
Der Windspielzauber ist der simpelste in der Luftmagie. Man spielt mit kleinen Luftteilchen, bewegt und lenkt sie. Dieser Zauber reicht bei weitem nicht aus, einen Windstoß oder einen Sturm zu schaffen, aber für eine angenehme Brise oder ein Lüftchen, das Kerzenlicht erlöschen lässt, reicht er vollkommen aus.

Windstille
Luft ist überall und manchmal ist sie sehr aufgewühlt und launisch. Mit diesem Zauber bringt man Ruhe in die aufgebrachten kleinen Luftteilchen. Jedoch ist dieser Zauber zonenbeschränkt. Windstille lässt sich am besten in geschlossenen Räumen schaffen, auf offenem Gelände ist der Wirkungsgrad zu gering und der Aufwand zu hoch, als dass ein Luftmagier diese Fähigkeit anwenden würde.

Luftspiegelung
Manchmal spielt die Luft einem witzige Streiche. In der Wüste als “Fata Morgana” bezeichnet, erlernt jeder angehende Luftmagier die Kunst der Luftspiegelung. Mit ihr lassen sich unbewegliche Bilder in die Luft zaubern. Diese wirken unscharf und leicht verschwommen, doch können sie den Geist schon verwirren und täuschen.

 

2. Erkenntnis: Wir atmen Luft

Luft ist ein wichtiger Bestandteil deines Lebens. Du brauchst sie zum Atmen.

Luft bewegen
Dieser Zauber wird gern von Luftmagierinnen verwendet, wenn sie in eine verqualmte Taverne kommen, in der viel geraucht wird und die Luft stickig ist. Dann öffnen sie die Türe und drängen die moderige Luft nach draußen. Zugleich bewegen sie frische Luft in den Raum hinein. Ein Austausch findet statt. Dieser Zauber eignet sich nur für Luft in Räumen.

Atemnot
Ein erster Zauber der Luftmagie, um ungewollten Anwesenden das Fürchten zu lehren. Man schnürt diesen nämlich sprichwörtlich die Kehle zu. Das Opfer ist nicht mehr in der Lage, Luft aufzunehmen. Es leidet für die Zauberdauer unter Erstickungserscheinungen, aber sterben kann er dadurch nicht. Dazu dauert der Zauber zu kurz. Er reicht lediglich dafür, jemand einen kleinen Schreck einzujagen. Viele Jungmagier täuschen mit der Atemnot vor, ihren Gegenüber jederzeit ausschalten zu können, doch nur wahren Meistern der Luftmagie ist es möglich, ihre Feinde tatsächlich ersticken zu lassen.

Lebensspendender Hauch
Wo ein Luftmagier der 2. Erkenntnis Atemnot verbreiten kann, so muss er auch in der Lage sein, zu helfen, sollte etwas schief gehen. Dieser Zauber ist kein Heilzauber! Er vermag keine Wunden zu schließen, aber er erfüllt den Körper und die Lungen mit lebensspendender Luft, sollte diese gebraucht werden.
Auch eignet er sich für kurze Tauchgänge, da der Magier den “Hauch” auch für eine gewisse Zeit in die Lungen des Verzauberten pflanzen kann, von denen dieser dann zehrt.

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3. Erkenntnis: Luft schafft Wind schafft Luft

Luft ist nicht gleich Wind, aber eines kommt ohne das andere nicht aus.

Windrichtung
Manchmal weht der Wind aus einer ungewünschten Richtung. Dieser Zauber wird gerne von Jägern verlangt, daher nehmen sie sich auch so manches Mal einen Luftmagier mit. Denn der Magier kann die Richtung ändern, aus der der Wind in unmittelbarer Umgebung weht. So lässt sich nicht nur die Witterung verhindern, sondern auch Klänge weitertragen oder die Segel eines Schiffes sich blähen. Auch giftige Dämpfe schlagen womöglich plötzlich eine andere Richtung ein und wehen dem Feind ins Gesicht.

Bild: Windfaust

 

Windfaust
Der Magier bündelt die umliegenden Luftteilchen und sammelt sie so eng beieinander an, dass sie eine fast sichtbare Masse bilden, von Größe und Form her wie eine menschliche Faust. Diese schickt der Magier auf ein sichtbares Ziel aus, das dann mit voller Wucht getroffen und nach hinten geschleudert wird. Die Windfaust selbst verursacht keine wirklichen Schäden, aber der Aufprall kann schmerzhaft sein.

 

 

 

Windtänzer
Der Luftmagier bringt Bewegung in die umgebenden Luftteilchen, dass viele kleine Wirbel entstehen. Diese kreisen unmittelbar über dem Boden und sind nicht sehr groß. Sie schwirren in unvorhersehbaren Richtungen umher. Gerät ein Anwesender in einen dieser kleinen Luftwirbel, so wird er nicht umgerissen, sondern “mitgenommen”. Er dreht und kreist mit dem Wirbel, dass es aussieht, als legte das Opfer einen fröhlichen Tanz hin. Auch der Magier kann davon betroffen werden, wenn er in einen Wirbel gerät.

 

4. Erkenntnis: Luft hat Macht

Unterschätze niemals die Luft selbst – peitschende und schneidende Winde können gefährlich sein.

Wirbelwind
Der Magier kann einen Luftwirbel schaffen, indem er die Teilchen in der Luft in einen wilden Tanz lockt. Sie drehen sich und fügen sich aneinander, bis ein immer größer werdender Wirbel entsteht. Der Wirbelwind kann maximal die doppelte Größe des Magiers annehmen und auch nur mit großer Konzentration ein Lebewesen oder einen Gegenstand umreißen. Ein Magier der 4. Erkenntnis ist üblicherweise in der Lage, Gewicht bis zu etwa 100 kg umzureißen.

Luftkegel
Aus der Hand des Magiers schießt ein Windstoß, der sich kegelförmig bis zu drei Meter weit ausbreitet und alles umreißt, das sich in seinem Wirkungsbereich befindet. Hierbei darf das umzureißende Gewicht maximal bei 300 kg liegen und verteilt sich auf alles im Wirkungsberteich. So kann es vorkommen, dass der Luftkegel ein Wesen von 250 kg umreißt, den daneben stehenden Mann mit 75 kg aber nicht mehr schafft.
Anders als beim Wirbelwind verursacht dieser Zauber zusätzlichen Schaden, denn der Windstoß peitscht geradezu über den Gegner hinweg und verteilt unsichtbare Schläge, deren knallende Geräusche sogar zu hören sind.

Luftklingen
Diese unsichtbaren Klingen, die der Magier schwungvoll mit einer Handbewegung auf seinen Gegner schleudert wie eine Wurfwaffe, zerschneiden nicht nur die Luft, sondern unter Umständen auch Rüstungsteile aus dünnem Leder oder Haut. Sie schneiden sich ins Fleisch und hinterlassen sichelmondförmige Wunden.
Ein Magier kann maximal 5 Luftklingen gleichzeitig aussenden.

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5. Erkenntnis: Luft ist dein Werkzeug

Die Luft soll dir dienen und sich dir unterwerfen, auch im größten Orkan. Zeige ihr, dass du sie beherrschst!

Schnell wie der Wind
Der Magier konzentriert sich und sammelt überall an seinem Körper Luftteilchen in großer Zahl an. Diese lässt er dann alle gleichzeitig wieder frei. Sie bringen den Magier derart in Bewegung, dass er sich bis zu dreimal so schnell als normal bewegen kann. Sowohl beim Rennen als auch im Kampf, der Magier ist auf zauberhafte Weise beschleunigt.

Bild: Luftdiener

 

Luftdiener
Der Magier kann mit diesem Zauber den Wind zu Hilfe rufen, der sich wie ein schattenhaftes, nebelartiges Wesen manifestiert, in dessen durchscheinenden Körper Luftwirbel kreisen und aufeinander schlagen wie bei einem peitschenden Sturm. Der Luftdiener ist in der Lage, einfache Befehle auszuführen. Er kann kämpfen oder eine Gegend auskundschaften. Aber auch zum Überbringen von Sprachnachrichten eignet sich der Luftdiener ausgezeichnet, da er Schall in sich aufnehmen und an ein Ziel tragen kann. Je weiter das Ziel entfernt ist, desto schwächer wird die Nachricht, kann rauschen oder sehr leise werden.

 

 

 

Sturm
Der Magier sammelt sämtliche Luftteilchen um sich herum, dreht sie immer wieder um die eigene Achse und erhöht dabei ihre Geschwindigkeit. So verfestigen sie sich, bis ein gigantischer Wirbel von bis zu 5 Metern Durchmesser entsteht: Ein Sturm, der ganze Ochsenkarren mit sich reißen kann. Nur im Auge des Sturms, dort wo der Magier steht, ist es sicher.

 

Letzte Erkenntnis: Auf den Winden reiten

Jetzt, da du weißt, wie man Luft beherrscht und als Werkzeug nutzt, arbeite mit ihr und reite auf den von dir geschaffenen Winden.

Windschwingen
Selbst ein Luftmagier wird niemals in der Lage sein, eigenständig zu fliegen. Doch die Windschwingen kommen diesem Traum schon sehr nahe. Dem Magier “wachsen” schleierartige Flügel auf dem Rücken, die wie Stoff hinter ihm herflattern und dennoch nicht greifbar sind. So kann der Magier von erhöhten Stellen zur Erde hinab gleiten oder aber bis maximal einen Meter über dem Boden schweben. Da dieser Zauber aufrechterhalten werden muss, kostet es den Luftmagier eine Menge Konzentration. Schon die kleinste Unachtsamkeit löst die Schwingen auf, weshalb ein Magier sich auch niemals von allzu hohen Plateaus oder Klippen stürzen würde, wenn er doch zu sehr an seinem eigenen Leben hängt.

Bild: Wolkendrache

Wolkendrache
Dies ist der wohl mächtigste Zauber eines Luftmagiers. Er sammelt die Wolken am Himmel, treibt sie mit dem Wind zusammen und erschafft ein Gewitterwesen. Die Wolken türmen sich so lange aufeinander, bis sie dunkel und wuchtig werden. Durch das Aneinanderreiben entsteht Donner und die Wolken laden sich auf. Dank der Magie formt sich diese Wolkenerscheinung zu einem Drachen, der Blitze aus seinem Maul schießen kann, doch Vorsicht ist geboten: Dieser Zauber kostet sehr viel Kraft. Selbst Meister der Luftmagie verbringen anschließend mehrere Tage im Bett, wenn sie nicht gar aufgrund eines Schwächeanfalls mitten im Zauber ihr Leben hergeben.
Ein unterstützender Energiemagier kann die Kraft der Blitze des Wolkendrachen lenken, um so den Luftmagier zu entlasten.

Dies ist alles, was ich über Vintha sa Véstha habe herausfinden können. Ich folge seinen Spuren, den Streifen, die er am Himmel hinterlässt und den Klängen, die die Winde ihm nachtragen. Mein Weg führt mich in den südwestlichen Teil der Welt, wo eiskalte Winde das Land beherrschen. Vielleicht kann ich Vinthas Herz davor bewahren, sich diesen kalten Winden hinzugeben und ihn wärmen. Und vielleicht wirst du mir folgen, wenn auch du dich in den Wind verliebt hast.

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(Entdeckt von Spieler Tahmo)